
Blutstammzellspenderinnen und -spender erzählen
«Vor zehn Jahren gespendet. Nie vergessen.»
Thomas Hadorn hat 2015 im Universitätsspital Basel Blutstammzellen gespendet. Registriert hatte er sich im Militär, eher zufällig. Heute, zehn Jahre später, arbeitet er in der Jugendarbeit und denkt gerne zurück an diese Erfahrung.
Im Oktober 2014 rückt Thomas Hadorn in Wangen an der Aare in die Rekrutenschule ein. In der achten Woche steht eine Blutspendeaktion auf dem Programm. Eigentlich möchte er mitmachen, doch eine Erkältung macht ihm einen Strich durch die Rechnung. In der Turnhalle fällt ihm ein Infostand zur Blutstammzellspende auf. Er bleibt stehen und beginnt ein Gespräch, da er noch nie davon gehört hat. Die Idee überzeugt ihn: Wenn schon nicht Blut spenden, dann wenigstens anders helfen. Noch am selben Tag registriert er sich.

Wenige Monate später wird er für die Unteroffiziersschule in Airolo aufgeboten. Gegen Ende dieser Ausbildung meldet sich Blutspende SRK Schweiz bei ihm. Ein möglicher Treffer habe sich ergeben. Kurz darauf rückt er in die Logistikoffizierschule in Bern ein, als Transportoffizier in Ausbildung. Während dieser Zeit laufen die medizinischen Abklärungen.
Ein Treffer mitten im Alltag
Er erinnert sich noch gut an den Moment, als klar wurde, dass er tatsächlich als Spender infrage kommt. «Ich fand das am Anfang fast ein wenig lustig. Erst ein Wattestäbchen, und jetzt schon ein Treffer.» Für ihn ist schnell klar, dass er spendet. Am 17. Juni 2015 liegt er im Universitätsspital Basel. Die Spende dauert viereinhalb Stunden. Begleitet wird er von seiner Freundin. Gemeinsam schauen sie einen Film, zwischendurch gibt es etwas zu essen. Es sei anstrengend gewesen, sagt er rückblickend, aber gut machbar. «Ich wurde super betreut.»
Zehn Jahre sind seither vergangen. Thomas Hadorn hat sein Studium in Sozialdiakonie und Gemeindeanimation abgeschlossen und arbeitet heute in einer Kirchgemeinde in der Jugendarbeit. Auf die Frage, ob er seine Geschichte nochmals erzählen möchte, schreibt er: «Ich bin aktuell recht ausgelastet und freue mich über bald kommenden Nachwuchs, nichtsdestotrotz bin ich gerne bereit, meine Geschichte wieder zu erzählen.»
Am 17. Juni 2025 waren es genau zehn Jahre seit seiner Spende. Kürzlich hat er den letzten Brief zur Spendernachbetreuung mit einem Fragebogen erhalten. Noch hat er ihn nicht ausgefüllt, aber es ist ihm wichtig, auch diesen Teil sorgfältig abzuschliessen. Er hat die Sache damals ernst genommen – und heute genauso.